Warum ein Eichhörnchen meinen ersten Blog-Beitrag zu Organisationsaufstellungen (Business Constellations) ziert? Totaler Zufall. Es lebt im Garten meines IT-Beraters. Und es erschien völlig unerwartet auf meinem Bildschirm, als wir Funktionen dieser Webseite getestet haben. Ich habe es eine Weile betrachtet. Und es mich, weil sein Blick auf mich gerichtet bleibt, egal wohin ich mich vor meinem Bildschirm bewege. Dabei habe ich mich gefragt, ob dieses Eichhörnchen nicht ein gutes Vorbild wäre.

Agil und dynamisch

Interessierter Blick, dem nichts entgeht. Ohren gespitzt, wie auf 360-Grad-Empfang gestellt. Wachsame Habachtstellung, um jederzeit agil und dynamisch auf seine Umgebung reagieren zu können. Sie werden Eichhörnchen schon beobachtet haben. Sie sind flink und schlau, wenn es darum geht, Essbares zu ergattern. Und ich vermute mal, was dabei wie eine willkürliche Zickzackbewegung aussieht – Bäume rauf und wieder runter – , ist ein evolutionär angelegter und intuitiv gesteuerter Überlebensplan.

Evolution der Organisationsmodelle

Dass es auch eine Evolution der Organisationsmodelle und damit der Unternehmensführung gibt, habe ich von Frederic Laloux gelernt. Denn vor gut zwei Jahren habe ich sein bahnbrechendes Werk „Reinventing Organizations“ verschlungen. Dies war für mich die treibende Kraft, Selbstorganisation im eigenen Unternehmen einzuführen. Sicherlich hat mein naturwissenschaftlicher Hintergrund dabei auch eine Rolle gespielt. Schließlich konnte ich mit dem Begriff Evolution ganz viel anfangen!

Schlüsselerlebnisse mit jungen Menschen

Aber vor allem aufgrund meiner Erfahrung als Unternehmerin war mir intuitiv sofort klar: Es gab erhebliche Diskrepanzen zwischen unseren Führungsstrukturen und der Welt „dort draußen“. Schlüsselerlebnisse waren für mich beispielsweise Begenungen mit jungen Mitarbeiter:innen, die sich zunehmend nicht so verhielten, wie ich es erwartete. Gleichzeitig sagte mir meine Bauchgefühl klar und deutlich, unser Unternehmen (two4science) ist bereit für den nächsten evolutionären Schritt. Und ich möchte auch anders führen. Weniger klar war mir, wie dies im Detail funktionieren könnte.

Organisationsaufstellungen für komplexe Sachverhalte

Strukturell haben wir uns bei der Einführung von Selbstorganisation erfolgreich an der Werkstatt für kollegiale Führung orientiert. Aber zwischen Theorie und Praxis klafften immer wieder große Lücken. Und hier kommen Organisationsaufstellungen  (Business Constellations) ins Spiel. Die bildhafte, dreidimensionale Darstellung von Sachverhalten erlaubt es, auch komplexe Gegebenheiten mit einfachen Mitteln zu durchschauen. Sie fördern Informationen und Ideen zutage, die mit anderen Methoden kaum zugänglich sind. Oder jedenfalls nicht so schnell.

Wahrnehmungsfähigkeit schärfen

Und so gelang es mir auf dem Weg zum selbstorganisierten Unternehmen, immer wieder Licht ins Dunkel zu bringen, wenn ich mich ratlos fühlte. Man könnte auch sagen, ich habe gelernt, mit Business Constellations sehr effizient meine Intuition anzuzapfen. „Ich schaue inzwischen ganz anders auf mein Team,“ erzählte mir vor kurzem eine Kundin, wenige Tage nach ihrer ersten Aufstellung. So lassen sich mit Organisationsaufstellungen nicht nur konkrete Probleme bearbeiten. Man kann auch seine Wahrnehmungsfähigkeit schärfen für das, was häufig „hinter den Kulissen“ im beruflichen Alltag geschieht.

Organisationsaufstellungen liefern wertvollen Beitrag

Und so bin ich wieder beim Eichhörnchen. Wäre es nicht wunderbar, wenn mich mein innerer Kompass genau so sicher durch die Business Welt lotsen würde, wie das Eichhörnchen Bäume rauf und runter klettert? Organisationsaufstellungen können dazu einen wertvollen Beitrag leisten. Damit wird vieles leicht – das habe ich bei der Umstrukturierung meines eigenen Unternehmens eindrücklich erlebt. Und leicht ist das Gegenteil von mühsam. Und jetzt mal ganz ehrlich: Kommt Ihnen das mühsam vor, wenn ein Eichhörnchen durch den Wald springt und Nüsse sucht? Ich glaube, es hat ganz viel Spaß dabei.

 Foto: Gerd Wilhelm, it_werk.wilhelm